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    Die drei Entwicklungslinien - Die IGUANIA - Die Familie der Chamäleons
    Von allen Echsenfamilien haben die Chamaeleonidae die unverwechselbarste Gestalt. Dennoch weisen die Chamäleons einige anatomische und verhaltensphysiologische Merkmale auf, die sie eindeutig mit den Agamidae verbinden, aus denen sie vermutlich hervorgegangen sind. So ist ihnen etwa die akrodonte Bezahnung gemeinsam, bei der die ungesockelten Zähne am Kieferrand stehen. Chamäleons sind (von der Sahara abgesehen) über weite Teile Afrikas verbreitet und dringen ostwärts nach Indien und nördlich nach Spanien vor. Sie umfassen 128 Arten in sechs Gattungen. Ihre Gestalt ist erstaunlich einheitlich. Die Größe reicht mit Winzlingen wie Brookesia von weniger als 25 Millimeter bis zu Riesenformen wie Chamaeleo oustaleti, die über 55 Zentimeter lang werden. Allen gemeinsam sind der seitlich zusammengedrückte Körper, ein Greifschwanz, vorstehende, unabhängig voneinander bewegliche Augen und teilweise zusammengewachsene Zehen.
    Ein weiteres Charakteristikum der Chamäleons liegt in ihrer vorschnellbaren Zunge, mit der sie kleine Beutetiere fangen, die den Hauptteil ihrer Nahrung ausmachen. Die meisten Arten fressen Insekten und andere Arthropoden (Gliederfüßer), und die größeren Formen nehmen auch kleine Vögel und Säuger zu sich. Jedes der türmchenförmigen Augen läßt sich unabhängig von dem anderen bewegen. Daher kann die Echse hervorragend räumlich sehen, was zum Zielen mit der überlangen Zunge und der Einschätzung der Entfernung im dichten Pflanzenwuchs unerläßlich ist.
    Die meisten Chamäleons leben in feuchten Waldgebieten, und besonders zahlreich sind sie im Regenwaldgürtel Ostmadagaskars und den Hochlandwäldern Ostafrikas und Kameruns. Aber auch im mediterranen Klima und sogar in der Wüste haben sie sich erfolgreich angesiedelt. Die Zehen eines Fußes sind zu zwei Gruppen zusammengewachsen, die einander gegenüberstehen. Dieses als Zygodactylie bekannte Phänomen erleichtert das Greifen und bildet eine Anpassung an die kletternde Lebensweise. Auch Schulter und Beckengürtel sind stark modifiziert, um die schlanken Gliedmaßen eng am Körper zu halten. Dies ist wegen des geringen Durchmessers, den der Ansitz einer solchen Echse hat, notwendig. Ihr Greifschwanz wirkt wie eine fünfte Hand und wird, anders als bei vielen anderen Echsen, niemals abgeworfen.
    Obwohl die meisten Chamäleons Baumbewohner sind und am Boden einen unbeholfenen Eindruck machen, gibt es doch Arten, die überwiegend zu ebener Erde leben, etwa Bewohner trockener Zonen wie das Wüstenchamäleon (Chamaeleo namaquensis)(s. Bild) und die Stummelschwanz-Chamäleons (Gattung Brookesia) Madagaskars. Letztere sind winzige, eintönig gefärbte Formen, deren Schwanz zu einem kleinen Vorsprung reduziert ist und die so an abgestorbene Blätter erinnern. Obwohl diese beiden bodenbewohnenden Gruppen auf geraden Oberflächen offensichtlich nur schwer vorankommen, besitzen auch sie noch zygodactyle Füße.

    Bei praktisch allen Arten sind die Männchen territorial.Das ostafrikanische Dreihornchamäleon (Chamaeleo jacksonii) (s, Bild)ist eine von vielen Arten, deren Männchen am Kopf Hörner oder eine andere Verzierung tragen. Diese sind bei der Arterkennung unter den Geschlechtern von Bedeutung und werden auch bei erbitterten Zweikämpfen unter den Männchen eingesetzt. Werden paarungswillige Männchen des südafrikanischen Zwergchamäleons (Gattung Brady-podion) mit anderen Männchen konfrontiert, nehmen sie unglaubliche Farben an, fauchen, drohen und beißen. Diese Arten pflanzen sich mehrmals im Jahr fort und bringen, wie es bei einigen Chamaeleo-Arten der Fall ist, lebende Junge zur Welt.
    Die meisten Arten legen allerdings Eier, wobei die Zahl der in einem Gelege enthaltenen Eier überwiegend von der Körpergröße abhängt. Während der Paarung werden die Weibchen von den Männchen häufig gebissen. Die Hemipenes vieler Arten sind sehr kompliziert und überdies artspezifisch gebaut. Die Weibchen sind imstande, lebensfähiges Sperma über lange Zeit zu speichern. Bei vielen Arten sind 30 bis 40 Eier pro Gelege die Regel, und eine der größten Arten, Meilers Chamäleon (Chamaeleo meliert), legt bis zu 70 Eier. In den meisten Fällen klettert das Weibchen vom Baum herunter, um die Eier im Boden, zwischen faulendem Holz oder an anderen feuchten, geschützten Stellen zu vergraben.
    Ein wohlbekanntes Merkmal der Chamäleons ist ihre Fähigkeit zum Farbwechsel. Zwar findet man diese Eigenschaft auch bei einer Fülle anderer Echsengruppen, doch ist sie unter den Vertretern der Unterfamilie Chamaeleonidae besonders gut entwickelt. Sie
    können mit dem Hintergrund verschmelzen, was durch ihren blattähnlichen Umriß noch erleichtert wird, und sich so besonders wirkungsvoll ganz langsam an eine Beute heranschleichen. Aber es gibt auch einen Zusammenhang zwischen dem Farbwechsel, der Temperatur und dem Verhalten des Tieres. Nachts zum Beispiel, wenn es kalt ist, erbleichen die Chamäleons und leuchten an den Enden der Zweige wie weiße Blätter. Wenn sie an solchen Stellen schlafen, sind die Echsen vor Räubern wie Schlangen geschützt, deren Gewicht die dünnen Zweige nicht tragen könnten. Eine andere Strategie wird von den kleinen und mittelgroßen Arten verfolgt: Sie lassen sich bei Störungen auf den Boden fallen und bleiben dort regungslos liegen. Auf der Laubschicht sind sie praktisch unsichtbar.

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