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    Echsen - Fortpflanzung und Lebenserwartung
    Bei allen zweigeschlechtlichen Echsenarten erfolgt eine innere Befruchtung. Echsen besitzen einen horizontal angelegten Schlitz, die Kloakenspalte. Die Kloake ist der Raum, in den der Verdauungs- und der Urogenitaltrakt gemeinsam münden. Die Männchen verfügen über paarige Einführungsorgane, die Hemipenes. Solange sie nicht gebraucht werden, liegen die Hemipenes dicht an der Kloake in der Schwanzbasis. Wird ein Tier sexuell aktiv, stülpt sich ein Hemipenis mit Hilfe von Muskeln heraus und füllt sich mit Blut. Ein vollständig herausgetretener Hemipenis kann recht einfach, aber auch sehr kompliziert gebaut sein, wie bei vielen Chamäleons. Hier findet man Falten und Fortsätze, die sich von Art zu Art unterscheiden. Bei der Kopulation, die sich der Balz anschließt, wird lediglich ein einziger Hemipenis in die weibliche Kloake eingeführt, und das Sperma wandert an einer Rinne im Hemipenis entlang. Anschließend zieht das Tier die Struktur wieder ein, indem sie das Blut aus den Hohlräumen abfließen lässt und Retraktor – Muskeln aktiviert, die den Hemipenis wiederum umstülpen und verschwinden lassen. Wenigstens bei einigen Anolisarten setzen die Männchen ihre Hemipenes abwechselnd ein, wenn sie häufiger kopulieren.

    Unter den Echsen ist die Fortpflanzung über Oviparie (Eiablage) vorherrschend, doch kam es mehrfach (in mindestens 45 Fällen und unter neun Familien) auch zur Entwicklung von Viviparie (Gebären lebensfähiger Jungtiere). Der brasilianische Skink Mabuya heathi (s. Bild) besitzt sogar eine säugetierähnliche Plazenta. Das befruchtete Ei ist zunächst winzig und reift dann – nur durch die Ernährung über die Mutter – heran. In der Tat zeigen die meisten Echsen fließende Übergänge zwischen Lebendgeburt und Oviparie, schon deshalb, weil durchschnittlich die Hälfte der Embryonalentwicklung in den Eiern abläuft, solange sich diese noch im Körper der Mutter befinden. In den meisten Fällen ernähren sich die Embryonen viviparer Reptilien vom Dotter, und die Geburt lebender Jungtiere ist damit eigentlich nur als ein ausgedehntes Zurückhalten der Eier anzusehen. Dagegen ist die Mabuya heathi mit ihrer Plazentra einer der ganz wenigen Fälle, in denen die Jungen tatsächlich von der Mutter ernährt werden.

    Lebende Jungen zur Welt bringen, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits können vivipare Echsen ihre Jungen während der gesamten Phase vor der Geburt schützen. Außerdem können sie die Temperatur der Embryonen wesentlich besser regulieren als es in einem Nest möglich wäre. Dadurch verkürzt sich die Zeit der Embryonalentwicklung. Vermutlich hängt die Entwicklung der Viviparie bei Echsen mit der Besiedlung kalter Klimaten zusammen, wo solche Vorteile von großer Bedeutung sind. Andererseits muß das Weibchen über lange Zeit die zusätzliche Last und das Gewicht der Embryonen tragen, wodurch unter Umständen die Beweglichkeit und die Fluchtgeschwindigkeit der Mutter beeinträchtigt werden, so dass die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass sie einem Räuber zum Opfer fällt. Diese Gefahr wird durch eine Zunahme der Sonnenbäder bei schwangeren Weibchen, wie man bei australischen Skinken herausfand, noch verstärkt. Ebenso ist es einem Weibchen, das seine Jungen die ganze Zeit über mit sich herumträgt, mehrer Gelege in einer Saison hervorzubringen. So kann sich beispielsweise bei den Geckos der Gattung Naultinus (s. Bild) die Tragzeit bis zu acht Monate hinziehen, wodurch das einzelne Tier alle ein bis zwei Jahre nur einen Wurf (aus zwei Jungen) produzieren kann. Daher wird bei den lebendgebärenden Arten die Nachkommenschaft eines einzelnen Weibchens gering sein, doch die Überlebensrate ist höher.

    Obwohl Echsen nicht solange leben wie andere Reptilien, erreichen einige Arten doch ein eindrucksvolles Alter. So lebte eine Blindschleiche (Anguis fragilis) (s. Bild) in Gefangenschaft über 50 Jahre, und man kennt wilde Gecko – Populationen, unter denen sich über 20 Jahre alte Individuen befinden. Andererseits werden einige, überwiegend sehr kleine Arten nur ein bis zwei Jahre alt. Bei den meisten Arten bildet ein Alter von mehr als zehn Jahren in der Wildnis vermutlich die Ausnahme, obwohl große Varaniden und Helodermatiden diese Grenze häufig überschreiten dürften. So besitzt der Komodo Waran (Varanus komodoensis) eine Lebenserwartung von über 50 Jahren. Die meisten Reptilien wachsen noch lange, nachdem sie die Geschlechtsreife erreicht haben. Dennoch lassen Untersuchungen an sehr alten Individuen vermuten, dass das Wachstum irgendwann endet und die Wachstumsraten zumeist zurückgeben, lange ehe dieser Zeitpunkt erreicht ist.


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